Jugendjahre 1928 – 1943

In Mann­heim ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen, ver­brach­te Fred Em­me­rich sei­ne Kind­heit haupt­säch­lich bei sei­nen Gross­el­tern. In de­ren da­ma­li­gen Au­to- und Fahr­rad­werk­statt wur­de sein In­ter­es­se für Tech­nik ge­weckt, wel­ches für sein gan­zes wei­te­res Schaf­fen grund­le­gend war.Im 2. Welt­krieg wur­de Em­me­rich mit 16 Jah­ren als Flak­hel­fer ein­ge­setzt und kehr­te trau­ma­ti­siert 1945 wie­der nach Mann­heim zu­rück.

 

Lehrjahre 1945 – 1958

Nach dem zwei­ten Welt­krieg und Er­ler­nen des Ma­l­er­hand­werks be­gann Em­me­rich 1948 sein Stu­di­um an der Frei­en Aka­de­mie in Mann­heim, wo er von Ru­di Baer­wind in der Ma­le­rei be­stä­tigt wur­de. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit an­de­ren Künst­lern und be­son­ders Be­geg­nun­gen in Ber­lin mit Gus­tav Seitz, Ber­tolt Brecht und Ar­nold Zweig wa­ren prä­gend. Auf­grund ei­nes Sti­pen­di­ums ging er 1955 an der Hoch­schu­le der Bil­den­den Küns­te Karls­ru­he zu­erst zu Prof. Erich He­ckel, nach ei­nem Se­mes­ter wech­sel­te er zu Prof. H.A.P. Gries­ha­ber.

Em­me­rich schloss sein Stu­di­um 1958 mit dem Preis der Meis­ter­klas­se H.A.P. Gries­ha­ber ab.

Be­reits wäh­rend sei­nes Stu­di­ums war er so eta­bliert, dass er in der Spiel­zeit 1957 am Karls­ru­her Thea­ter „Die In­sel“ als Büh­nen­bild­ner tä­tig war und be­reits Auf­trä­ge so­wohl von pri­va­ten Samm­lern als auch von städ­ti­schen In­sti­tu­tio­nen be­kam. Ab 1958 un­ter­nahm er zahl­rei­che Stu­di­en­rei­sen nach Frank­reich, Schwe­den und Spa­ni­en.

Sturm und Drang 1958 – 1963

Pa­ris (1958/59)
Nach sei­nem Stu­di­um hielt es ihn nicht in Mann­heim. Zu­erst zog es ihn nach Pa­ris, wel­ches auch in den sech­zi­ger Jah­ren noch als die Welt­stadt der Kunst galt. Hier konn­te Em­me­rich nicht nur sein bild­ne­ri­sches Ta­lent, son­dern auch sei­ne mu­si­sche Be­ga­bung in den vie­len Jazz-Clubs aus­le­ben. In Pa­ris hat­te er un­ter an­de­rem im Foy­er des ar­tis­tes ei­ne Aus­stel­lung.

Stock­holm (1960)
Ein Jahr ar­bei­te­te Em­me­rich als Pres­se­zeich­ner in Stock­holm. Dort fand in den Jah­ren 1960/61 un­ter Künst­lern die Dis­kus­si­on um die Si­tua­tio­nis­ti­sche In­ter­na­tio­na­le statt. Auch wenn Em­me­rich kein Phi­lo­soph war oder sich zu Ideo­lo­gi­en hat hin­rei­ßen las­sen, ha­ben ihn si­cher die Bil­der von Grün­dungs­mit­glied As­ger Jorn, von dem auch Wer­ke im Mo­der­na Mu­seet in Stock­holm hän­gen, be­ein­flusst. Für kur­ze Zeit zog er nach sei­nem Auf­ent­halt im Nor­den wie­der nach Mann­heim.

1961 Süd­frank­reich
Lan­ge hielt es ihn nicht in Mann­heim. Schon bald be­glei­te­te er den Fo­to­gra­fen Walt­her Neusch in die Ca­mar­gue und nach Mont­pel­lier, Süd­frank­reich.

Ab 1962 Rei­sen
1962 ver­weil­te Em­me­rich ein hal­bes Jahr in Ber­lin, wo er sich ei­ner Jaz­zer-Kom­mu­ne an­schloss. Mit die­sen reis­te er nach Bar­ce­lo­na und Ibi­za. Dort konn­te er sich in der Kunst­sze­ne eta­blie­ren. Vie­le Jah­re hielt Em­me­rich die Ver­bin­dung zu den Ga­le­ri­en und stell­te im­mer wie­der aus.

Etablierung in Mannheim 1963 – 1975
Trotz zahlreicher Auslandsaufenthalte kehrte Fred Emmerich immer wieder nach Mannheim zurück, wo er so­wohl ar­bei­te­te, als auch sei­ne Kon­tak­te auf­recht hielt. Als er sich 1963 end­gül­tig in Mann­heim nie­der­ließ und ei­ne Fa­mi­lie grün­de­te, fand er ein ak­ti­ves künst­le­ri­sches Le­ben vor. Im Jahr 1968 in­iti­ier­te Ru­di Baer­wind das Sym­po­si­on der Küns­te, ei­nen Treff­punkt für ak­ti­ves künst­le­ri­sches Ar­bei­ten im Ate­lier und so­wohl künst­le­ri­sche als auch po­li­ti­sche Dis­kus­sio­nen. Künst­ler, auch an­de­rer Dis­zi­pli­nen wur­den zu Sym­po­si­en ein­ge­la­den, so Gün­ther Grass, Mar­cel Mar­ceau und an­de­re.

Em­me­rich war zwar selbst nicht po­li­tisch ak­tiv, aber durch das Sym­po­si­on setz­te er sich in­di­rekt mit Po­li­tik aus­ein­an­der. Die­se Aus­ein­an­der­set­zung be­stä­tig­te ihn in sei­ner künst­le­ri­schen Fo­kus­sie­rung auf den Men­schen. Im Jahr 1969 be­gann Em­me­rich mit Ate­lier­aus­stel­lun­gen im Zwei-Jah­res­rhyth­mus, bei de­nen er sei­ne neu­es­ten Ar­bei­ten und Zy­klen vor­stell­te.

Em­me­rich war Zeich­ner. Die Zeich­nun­gen in sei­nem Œuvre neh­men ei­nen gro­ßen und wich­ti­gen Be­reich ein. Auch in sei­nen Öl­bil­dern wird er­kenn­bar, dass die Zeich­nung die Ba­sis sei­ner Wer­ke ist.

 

Zwischen Griechenland und Mannheim 1975 – 1999
Als die Mi­li­tär­dik­ta­tur un­ter Ge­or­gi­os Pa­pa­do­pou­los 1974 in Grie­chen­land ab­ge­setzt wur­de, ent­deck­te Em­me­rich 1976 mit sei­ner Fa­mi­lie Grie­chen­land.

Es war nicht das hel­le­nis­ti­sche Grie­chen­land und die Aus­ein­an­der­set­zung mit der klas­si­schen Phi­lo­so­phie, die er such­te, son­dern das ar­chai­sche Grie­chen­land der My­then und Sa­gen. Nicht um­sonst hat­te sich Em­me­rich in der Ge­gend um Ma­ni nie­der­ge­las­sen. Der Ge­ni­us lo­ci der Ma­ni, ein wil­der, ro­her nie er­ober­ter Land­strich, zog ihn an. In Ma­ni an­ge­kom­men, war es Lie­be auf den ers­ten Blick, die ihn er­fass­te. Hier fand er die Ba­sis al­len Seins, das Ur­sprüng­li­che und Ar­chai­sche. Spon­tan er­warb er ei­nen Oli­ven­hain auf dem nach und nach sein Ate­lier ent­stand. Wäh­rend er in Mann­heim im­mer un­ru­hig, hin- und her­ge­ris­sen war, fand er in Grie­chen­land Ru­he und Aus­ge­gli­chen­heit. Sei­ne Auf­ent­hal­te dort wa­ren ge­prägt von gros­ser Krea­ti­vi­tät.

In sei­nen Bil­dern und Plas­ti­ken setz­te er sich mit der Land­schaft und den Ma­nio­ten aus­ein­an­der. Er nä­her­te sich da­bei der Phi­lo­so­phie Stei­ners und ver­bild­lich­te des­sen Theo­rie vom Men­schen als drei­ge­teil­tes We­sen, wel­ches nur in sei­ner Drei­ei­nig­keit von Leib, See­le und Geist in sich ruht und glück­lich ist.

In Grie­chen­land be­geg­ne­te er sei­nem Leh­rer und Men­tor H.A.P. Gries­ha­ber wie­der, als bei­de Künst­ler im März 1977 gleich­zei­tig ei­ne Aus­stel­lung im Kul­tur­zen­trum der Stadt Athen hat­ten. Bei die­ser Ge­le­gen­heit lern­te Em­me­rich auch Mikis Theo­do­ra­kis ken­nen.

In­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung
Em­me­rich lieb­te Grie­chen­land, doch es zog ihn im­mer wie­der nach Mann­heim zu­rück. Er brach­te un­ter teil­wei­se schwie­ri­gen Be­din­gun­gen sei­ne Wer­ke nach Deutsch­land und ver­kauf­te sie dort.
Em­me­rich war nun nicht nur in Deutsch­land er­folg­reich, son­dern fand auch in­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung.

Die letz­ten Jah­re
Ge­sund­heit­li­che Be­schwer­den hiel­ten ihn im­mer län­ger in Deutsch­land fest. Ein Le­ben im Ex­tre­men zoll­te sei­nen Tri­but. Die ihm ver­blei­ben­den Jah­re er­leb­te und leb­te er im vol­len Be­wusst­sein, zeich­ne­risch sein Ster­ben fest­hal­tend bis zum Tod 1999.